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Hotellerie & FeWo 24. April 2026 6 Min. Lesezeit

Was Booking.com Sie wirklich kostet — und ab wann Direktbuchung rechnet.

OTAs (Online Travel Agencies) wie Booking.com, Expedia, FeWo-Direkt und Airbnb behalten pro Buchung 15–18 % Provision. Am Anfang ist das okay — sie bringen Sichtbarkeit, die man selbst nicht hätte. Irgendwann ab einer bestimmten Auslastung frisst es aber die komplette Marge. Hier die Rechnung.

Die echten Provisionssätze (Stand 2026).

  • Booking.com15 % Standard, bis 18 % im „Preferred Partner“-Programm.
  • FeWo-Direkt / Vrbo8 % Service-Fee für Gäste + 5 % Kommission für Hosts = effektiv ~13 %.
  • Airbnb3 % vom Host + 14 % vom Gast = ~17 % des Gesamtvolumens.
  • Expedia15–25 % je nach Programm, oft höher als Booking.com.

Dazu kommen: Bewertungs-Druck, Rate-Parity-Klauseln und die Tatsache, dass die OTA Ihre Gäste-Daten behält, nicht Sie.

Rechenbeispiel Sonnenhof-Skala.

Nehmen wir ein Haus mit 30 Zimmern, durchschnittlicher Übernachtungspreis 120 €, 65 % Jahres-Auslastung. Über 12 Monate sind das grob:

KennzahlWert
Übernachtungen / Jahr≈ 7.100
Brutto-Umsatz Übernachtungen852.000 €
Davon über OTA (angenommen 70 %)596.400 €
Provisions-Kosten bei 15 %89.460 €
Provisions-Kosten bei 17 %101.388 €

Das sind bei mittelgroßen Häusern schnell 50.000 bis 100.000 € im Jahr, die an OTAs fließen. Jede Prozent-Verschiebung hin zu Direktbuchung ist bares Geld.

Was Direktbuchung tatsächlich kostet.

Der Mythos ist: „Eigenes Buchungssystem ist teuer.“ Die Rechnung sieht so aus:

  • Einmalige Entwicklung (Next.js + Supabase + Stripe): 3.000–5.000 €.
  • Laufende Kosten: Hosting 20 €/Mo, Stripe-Fee 1,4 % + 0,25 € pro Transaktion.
  • Kein monatliches SaaS-Abo wie Smoobu, Hostaway oder Cloudbeds (50–150 €/Mo).
  • Keine Provisions-Abhängigkeit — die Gäste kommen zu Ihnen, nicht zu OTA.

Bei den oben genannten 100.000 € OTA-Provision/Jahr: selbst bei nur 20 % Anteil-Verschiebung zu Direktbuchung sparen Sie 20.000 € — eine Amortisation in wenigen Monaten.

Wann OTAs weiter Sinn machen.

OTAs ganz abschaffen ist nicht die Empfehlung — sie bleiben eine gute Akquise-Quelle für Neukunden, die Ihr Haus nie gegoogelt hätten. Die Aufgabe ist, Stammgäste und Wiederkehr-Buchungen direkt zu bekommen:

  • Bestellungs-Bestätigung per Mail verweist auf die direkte Buchungs-URL.
  • Im Zimmer eine gedruckte Karte: „Nächstes Mal direkt buchen — 5 % Rabatt + Frühstück inklusive.“
  • Google Ads auf den eigenen Namen + Variationen — damit niemand erst über Booking.com landet.
  • SEO auf lokale Suchen („Hotel Ammersee“, „Ferienwohnung mit Hund Bayern“) — das ist Direktakquise kostenlos.

Praxis-Beispiel

Sonnenhof Herrsching bekam in 100 Tagen 108 direkte Gäste-Anfragen — bis zu 80 pro Monat, die jetzt ohne OTA-Provision ins Haus kommen:

Sonnenhof Case Study

Welche Provisionen zahlen Sie?

In 15 Minuten rechnen wir durch, was eine eigene Buchungs-Infrastruktur für Ihr Haus konkret bedeutet — und ob es sich heute schon rechnet.

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